Grüner Star

Die Diagnose Glaukom (grüner Star) bedeutet einen erhöhten Augeninnendruck. Die normalen Werte des Augeninnendrucks sind:
- Bei Hunden: 10-23 mmHg
- Bei Katzen: 10-25 mmHg
Liegt der Augeninnendruck darüber, spricht man von einem Glaukom.
Warum steigt der Augeninnendruck?
Der Augeninnendruck steigt, wenn der Abfluss der im Auge zirkulierenden Flüssigkeit (Kammerwasser) behindert ist. Es gibt zwei Haupttypen:
- Primäres Glaukom: entsteht durch angeborene oder altersbedingte Abflussprobleme.
- Sekundäres Glaukom: andere Augenerkrankungen (z. B. Tumor, Entzündung, Linsenluxation) behindern den Abfluss des Kammerwassers.
Primäres Glaukom
Ein bei bestimmten Hunderassen vererbtes Phänomen, das im Alter von 3-7 Jahren auftritt, zunächst nur ein Auge betrifft, mit der Zeit jedoch auch das andere Auge erkrankt.
Die am häufigsten betroffenen Rassen:
- Alaskan Malamute
- Basset Hound
- Cocker Spaniel
- Chow Chow
- Samojede
- Sibirischer Husky
- Shar Pei
- Ungarischer Vizsla
Sekundäres Glaukom
Der Abfluss des Kammerwassers wird durch eine andere Augenerkrankung behindert, zum Beispiel:
- Chronische innere Augenentzündung (Uveitis)
- Verlagerung der Linse (Linsenluxation)
- Tumor im Auge
Verursacht der grüne Star Schmerzen?
In manchen Fällen steigt der Augeninnendruck schnell (innerhalb von Stunden) an, wobei starke Schmerzen auftreten, die beim Menschen mit migräneartigen Kopfschmerzen verglichen werden.
Steigt der Augeninnendruck langsam (über Jahre), verspüren die Tiere geringe oder keine Schmerzen.
Woran erkenne ich, dass mein Hund/meine Katze grünen Star hat?
Symptome des plötzlich auftretenden Glaukoms:
- Stark gerötetes Auge
- Blinzeln
- Tränenfluss
- Erweiterte Pupille
- Trüb (bläulich) werdende Hornhaut
- Niedergeschlagenheit, Appetitlosigkeit, gelegentlich Aggression
Symptome des sich langsam entwickelnden Glaukoms:
- Verschlechterung des Sehvermögens
- Vergrößerung des Augapfels
- Trübe Augenoberfläche
- Gelegentlich stark gerötetes Auge
- Allgemeinzustand des Tieres unverändert
Warum schadet der grüne Star dem Auge?
Der hohe Augeninnendruck drückt auf die Netzhaut und den Sehnerv, was bereits innerhalb von 24-48 Stunden bleibende Schäden verursachen kann. Aus diesem Grund gilt das Glaukom als Notfall, der sofortige Behandlung erfordert.
Wie wird das Glaukom behandelt?
Ziel ist es, den Augeninnendruck möglichst schnell und dauerhaft zu senken:
- Sofortbehandlung: Kombination aus Infusion, Tabletten und Augentropfen
- Langzeitbehandlung: Augentropfen, die die Produktion des Kammerwassers verringern und dessen Abfluss unterstützen
Die regelmäßige und genaue Verabreichung der Augentropfen ist für den Behandlungserfolg unerlässlich.
Was passiert, wenn die medikamentöse Behandlung nicht ausreicht?
Wenn die Augentropfen nicht wirksam sind, können verschiedene chirurgische Lösungen angewendet werden:
- Laser- oder Kältebehandlung (Kryotherapie): Zerstörung der Kammerwasser produzierenden Zellen
- Glaukomimplantat: Einsetzen einer Vorrichtung, die das Kammerwasser ableitet
Diese Methoden funktionieren leider nicht immer langfristig, und die Tiere verlieren früher oder später ihr Sehvermögen.
Was kann ich tun, wenn mein Hund/meine Katze durch das Glaukom erblindet ist und Schmerzen hat?
Verursacht das Auge Schmerzen, kommen folgende Lösungen infrage:
- Entfernung des Augapfels (Enukleation) – nach dem Vernähen der Haut bedeckt das Fell die Stelle des Auges
- Intrasklerale Prothese – nach Entfernung des Augeninneren wird eine Silikonkugel eingesetzt
- Medikamentöse Behandlung (Gentamicin-Injektion) – bei Hunden anwendbar, kann bei Katzen jedoch Tumoren verursachen und wird daher nicht empfohlen
Wie ist die Prognose beim Glaukom?
Wird die Krankheit rechtzeitig erkannt, kann die Behandlung wirksam sein, doch langfristig steigt der Augeninnendruck oft erneut an, was letztlich zur Erblindung führt.