1. Was bedeutet ein Gentest?
Bei einer genetischen Untersuchung wird in der DNA des jeweiligen Tieres nach einem bestimmten Abschnitt gesucht. Das Vorhandensein, Fehlen oder die Veränderung dieses Abschnitts kann bestimmte erblich bedingte Krankheiten verursachen.
2. Warum ist das wichtig?
Bei einem großen Teil der erblichen Augenerkrankungen treten die klinischen Symptome erst später, mitunter erst im Alter von 5–7 Jahren, auf. Zu diesem Zeitpunkt wurde das betroffene Tier häufig bereits zur Zucht eingesetzt. Obwohl das Tier keine Symptome zeigt, kann es den fehlerhaften Genabschnitt weitervererben.
Durch Gentests ist Folgendes möglich:
- Frühzeitige Erkennung bestimmter Erkrankungen, sodass betroffene Tiere nicht zur Zucht eingesetzt werden.
- Erkennung von Trägertieren, was besonders bei rezessiv vererbten Erkrankungen wichtig ist.
3. Gibt es für jede Krankheit einen Gentest?
Leider nein. Durch den rasanten Fortschritt der Wissenschaft kommen jedoch laufend neue Tests hinzu.
4. Ersetzt der Gentest die klinische augenärztliche Untersuchung?
Nein. Dafür gibt es mehrere Gründe:
- Nicht für jede Krankheit gibt es einen Gentest.
- Durch Linienzucht können immer wieder neue erbliche Krankheiten entstehen.
- Die verpflichtende jährliche Zuchttauglichkeits-Augenuntersuchung hilft festzustellen, mit welchen Krankheiten eine bestimmte Rasse belastet ist.
5. Ist es sinnvoll, ein Zuchttier mit jedem verfügbaren Gentest zu untersuchen?
Nein. Es lohnt sich nur, auf Krankheiten zu testen, die bei der jeweiligen Rasse tatsächlich vorkommen.
Man könnte zum Beispiel einen Berner Sennenhund auf CEA (Collie Eye Anomaly) testen lassen, doch diese Krankheit betrifft diese Rasse gar nicht.
6. Das Testergebnis liegt vor, und das Tier ist nicht frei. Was soll ich jetzt tun?
Wenn das Testergebnis zeigt, dass das Tier nicht frei ist (Träger oder betroffen), sollte man sich an einen auf erbliche Augenerkrankungen spezialisierten Tierarzt wenden.
Dieser kann bei folgenden Fragen helfen:
- Ob ein Zuchtausschluss notwendig ist.
- Falls die Erkrankung auch die Lebensqualität des Tieres beeinträchtigen kann, können weitere Untersuchungen oder Behandlungen erforderlich sein.

