Wissenswertes über das trockene Auge

Was ist Tränenflüssigkeit?
Die Tränenflüssigkeit wird von verschiedenen Tränendrüsen produziert, und eine ihrer wichtigsten Aufgaben ist es, die Augenoberfläche feucht zu halten. Die Tränenflüssigkeit besteht nicht nur aus Wasser, sondern enthält beispielsweise auch bakterizide (keimtötende) Stoffe. Außerdem unterstützt sie die Bewegung der Augenlider und ernährt die Hornhaut.
Die Tränenproduktion wird mit einem schnellen und einfachen Test gemessen (dem sogenannten Schirmer-Tränentest). Der Test ist schmerzlos und dauert nur 60 Sekunden. Der Teststreifen wird in das Unterlid eingelegt, und der Wert lässt sich anhand eines Farbumschlags am Teststreifen ablesen. Die normale Tränenproduktion beim Hund liegt bei 15 mm/Minute oder mehr.
Was versteht man unter dem trockenen Auge?
Beim sogenannten „trockenen" Auge ist die Tränenproduktion aufgrund einer Erkrankung der Tränendrüsen vermindert. Dafür kann es verschiedene Ursachen geben:
- Bei bestimmten Hunderassen (z. B. Mops, Cocker Spaniel, West Highland White Terrier) erblich bedingt.
- Immunvermittelter Prozess (das Immunsystem richtet sich gegen den eigenen Körper).
- Entfernung der Nickhautdrüse.
- Neurologisch bedingte Erkrankung, die den die Tränendrüse stimulierenden Nerv betrifft.
- Nebenwirkung bestimmter Antibiotika.
- Stoffwechselstörungen (z. B. Diabetes, Schilddrüsenunterfunktion).
- Bestrahlung im Kopfbereich (in erster Linie wegen eines Tumors).
Woran erkenne ich, dass mein Hund trockene Augen hat?
Wenn die Tränenmenge abnimmt, wird das Blinzeln schmerzhaft. Betroffene Tiere blinzeln oder kneifen dann entweder ständig die Augen zusammen, oder öffnen im schlimmeren Fall die Augen gar nicht mehr.
Weitere Symptome:
- Gerötete Bindehaut.
- Gelblicher Ausfluss aus dem Auge.
- Die Augenoberfläche wird trüb.
- Blutgefäße wachsen in die Hornhaut ein.
- Ablagerung von braunem Pigment.
Bleibt die Erkrankung unbehandelt, kann sie zur Erblindung und sogar zum Verlust des Auges führen.
Wie kann mein Hund behandelt werden?
Das trockene Auge ist in jedem Fall eine unheilbare Erkrankung, die eine lebenslange Behandlung erfordert.
In den letzten Jahren wurden mehrere immunmodulierende Wirkstoffe (Ciclosporin, Tacrolimus, Pimecrolimus) entdeckt, die auch die Tränenproduktion anregen. Diese müssen täglich 2× (alle 12 Stunden) verabreicht werden und erreichen ihre volle Wirkung in der Regel nach 3 Wochen.
Wichtig zu wissen ist, dass jene Patienten am besten auf die Behandlung ansprechen, bei denen die Tränenproduktion zwar vermindert, aber noch nicht bei null (0 mm/Minute) ist.
Neben dem die Tränenproduktion fördernden Medikament muss der Hund verschiedene Augentropfen oder -gele erhalten, die die natürliche Tränenflüssigkeit ersetzen.
Was kann man tun, wenn sich das Auge meines Hundes unter der Behandlung nicht bessert?
Falls die medikamentöse Behandlung zu keiner Besserung führt, besteht die Möglichkeit, den Ausführungsgang der Ohrspeicheldrüse (eine Speicheldrüse) in den Bindehautsack zu verlegen.
Dieser Eingriff ist technisch nicht einfach und birgt zahlreiche Komplikationsrisiken, da sich die Zusammensetzung des Speichels erheblich von der der Tränenflüssigkeit unterscheidet.
