Collie-Augenanomalie

Collie Eye Anomaly oder CEA
Collie-Augenanomalie

Collie-Augenanomalie (Collie Eye Anomaly, CEA)

Dr. Réka Eördögh©
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Was ist CEA?

CEA ist eine angeborene und vererbbare Augenerkrankung, die den hinteren, blutgefäß-, bindegewebs- und nervenreichen Teil des Auges betrifft (also die Lederhaut = Sklera, die Aderhaut = Chorioidea und die Netzhaut = Retina).

Welche Rassen sind von CEA betroffen?

Sie tritt vor allem beim Collie auf (sowohl beim Kurzhaar- als auch beim Langhaarcollie), kann aber auch beim Sheltie, beim Australian Shepherd, beim Border Collie sowie beim Lancashire Heeler vorkommen.

Welche Symptome hat CEA?

Die klinischen Symptome von CEA variieren stark. Manche Hunde zeigen überhaupt keine erkennbare Sehstörung, während andere völlig erblindet sein können.

Aus augenärztlicher Sicht werden 4 Schweregrade unterschieden.

1. Chorioidea-Hypoplasie (CH)

Die Chorioidea (Aderhaut) liegt unter der Netzhaut und ist für deren Versorgung zuständig. Hypoplasie bedeutet, dass sich die Aderhaut nicht richtig entwickelt hat. Dies ist das am häufigsten auftretende Problem. Es betrifft immer beide Augen (aber nicht zwingend symmetrisch). Histologisch lässt sich nachweisen, dass die Neuroretina (also das für das Sehen notwendige Gewebe) nur bei großflächiger CH betroffen ist, sodass diese Veränderung in der Regel keine Sehstörung verursacht. Da leichte Veränderungen mit der Zeit pigmentieren können, wird die erste augenärztliche Untersuchung bei den betroffenen Rassen im Alter von 6–8 Wochen empfohlen.

2. Kolobom

Ein Kolobom bedeutet, dass in einem bestimmten Bereich Gewebe fehlt. Bei CEA kann sich ein Kolobom im hinteren Teil des Auges (am oder um den Sehnervenkopf) bilden. Diese Veränderung verursacht bereits eine Sehstörung, da ein Teil des für das Sehen notwendigen Nervs fehlt. Zudem können durch die Weiterzucht dieser Tiere noch stärker betroffene Nachkommen entstehen.

Aus diesem Grund führt ein Kolobom zum Zuchtausschluss. Bei großen Kolobomen kann es mit der Zeit zu einer Netzhautablösung kommen.

3. Netzhautablösung

Die Netzhautablösung kann eine Folge des zuvor genannten Koloboms sein; bei schweren Veränderungen werden die Welpen entweder bereits mit abgelöster Netzhaut geboren, oder die Netzhaut löst sich im Alter von einigen Wochen ab. Ursache dafür ist, dass sich die Netzhaut nicht richtig mit der darunterliegenden Schicht verbindet.

Im Bereich der Netzhautablösung sieht das Tier nichts, bei vollständiger Netzhautablösung ist es blind. Selbstverständlich dürfen auch diese Tiere nicht zur Zucht eingesetzt werden.

4. Intraokuläre Blutung

Bei einem kleinen Prozentsatz der betroffenen Hunde kommt es zu Einblutungen im Auge, die zu weiteren schweren Komplikationen führen können (z. B. erhöhtem Augeninnendruck).

Wie kann ich als Züchter vermeiden, dass kranke Welpen geboren werden?

Dazu ist eine augenärztliche und genetische Untersuchung des Zuchtpaares notwendig. Bei den betroffenen Rassen wird auf jeden Fall eine Welpenuntersuchung im Alter von 6–8 Wochen empfohlen, außerdem ist eine weitere Untersuchung noch vor dem Deckakt notwendig.

Obwohl Hunde mit CH in der Regel keine Sehstörung zeigen, könnte die Verpaarung zweier Hunde mit großflächiger CH zu einer schwereren Veränderung führen, weshalb es sich empfiehlt, auch bei dieser Veränderung den Rat eines auf Augenheilkunde spezialisierten Tierarztes einzuholen.

Wie kann ich als Besitzer vermeiden, einen kranken Welpen zu kaufen?

Wenn Sie einen Welpen einer der betroffenen Rassen kaufen, lassen Sie sich das Ergebnis der Welpenaugenuntersuchung zeigen. Zwar gibt es keine genaue Erhebung, aber etwa 90–95 % der ungarischen Collie-Population sind von CH betroffen, also von der mildesten Form der CEA.

Wie bereits erwähnt, wird diese Veränderung Ihren Hund in seinem normalen Leben nicht beeinträchtigen — wenn also im Untersuchungsergebnis ausschließlich diese Veränderung vermerkt ist, können Sie den Welpen bedenkenlos kaufen.