Cherry Eye (Kirschauge)

Der Vorfall der Nickhautdrüse wird auch „Cherry Eye" (Kirschauge) genannt
Cherry Eye (Kirschauge)

Wo befindet sich die Nickhautdrüse?

Die Nickhaut (drittes Augenlid) ist eine dreieckige Schleimhautfalte, die sich zwischen Augapfel und Unterlid im inneren Augenwinkel befindet. Ihre Aufgabe ist der Schutz des Auges. Auf ihrer Innenseite liegt die Nickhautdrüse, die eine wichtige Rolle bei der Tränenproduktion spielt.

Was macht die Nickhautdrüse?

Die Nickhautdrüse ist für etwa 30 % der Tränenproduktion verantwortlich. Bei verminderter Drüsenfunktion kann sich das sogenannte trockene Auge (Keratoconjunctivitis sicca) entwickeln, eine sehr schmerzhafte Erkrankung.

Woran erkenne ich, dass die Nickhautdrüse meines Hundes vorgefallen ist?

Normalerweise ist die Nickhautdrüse nicht sichtbar. Bei manchen Hunden kann sich während des Wachstums das Gewebe, das die Drüse an ihrem Platz hält, lockern, wodurch die Drüse vorfällt. Die vorgefallene Drüse schwillt an und entzündet sich. Dabei erscheint im inneren Augenwinkel ein rötlich-rosafarbenes, rundliches Gebilde (daher der englische Name dieser Erkrankung: Cherry Eye).

Das betroffene Auge sondert meist Sekret ab und tränt. Ist die Drüse schon länger vorgefallen, wird ihre Oberfläche „himbeerartig" (Schwellung der Lymphfollikel) und trocknet aus.

Der Vorfall der Nickhautdrüse tritt vor allem bei jungen Hunden auf, hauptsächlich bei folgenden Rassen:

  • Brachyzephale Rassen: Shih Tzu, Boxer, Englische Bulldogge, Lhasa Apso.
  • Großwüchsige Hunde mit lockerer Haut: Mastiff, Dogge, Cane Corso.

Häufig sind beide Augen betroffen, jedoch nicht zwangsläufig gleichzeitig.

Wie kann mein Hund behandelt werden, und wie erfolgreich ist die Operation?

Die Reposition der Nickhautdrüse erfolgt operativ, unter Vollnarkose. Die Operation ist in 90–95 % der Fälle erfolgreich. Bei großen Hunderassen kommt es jedoch häufiger zu einem Rückfall (erneuter Vorfall), sodass eine weitere Operation nötig sein kann.

Je länger die Drüse bereits vorgefallen ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie nach der Operation erneut vorfällt.

Wenn es am anderen Auge ohnehin passiert, wäre es nicht besser, zu warten und beide Augen gleichzeitig zu operieren?

Die Reposition der Drüse ist erst möglich, wenn sie bereits vorgefallen ist. Das bedeutet, dass das andere Auge, an dem die Drüse noch nicht vorgefallen ist, nicht operiert werden kann.

Das betroffene Auge sollte jedoch möglichst bald operiert werden, da eine vorgefallene Drüse ihre Funktion nicht erfüllen kann.